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Hey Leute,


ich hoffe, euch geht es gut.


Ich wollte euch fragen, ob ihr mir vielleicht die verschiedenen Positionen zum Umgang mit Intersexualität, die in M1 und M2 ( siehe unten) erwähnt werden, erläutern würdet?
Ehrlichgesagt verstehe ich den Text nicht so ganz, sodass ich euch fragen wollte.
Ich muss nämlich dann zu den Positionen Stellung nehmen, was ich selbstverständlich selber machen werde.


M1 Medizinischer Umgang mit Intersexualität in den 1950er Jahren: In den 50er Jahren führte [der amerikanische Sexualforscher John MONEY] den Begriff ,Gender“ (soziales Geschlecht) in die medizinisch-psychologische Literatur ein. MONEYS Behandlungskonzept bezeichnete das uneindeutig Neugeborene als einen psychosozialen Notfall. MONEY war der Auffassung, dass für eine gesunde psychosexuelle Entwicklung das Aussehen der Genitalien maßgebend sei. Ein Kind könne sich, so MONEY, nur dann selber als Junge oder Mädchen wahrnehmen, wenn seine Genitalien auch klar männlich oder weiblich aussehen. [...] Ein Kind muss so schnell wie möglich operiert werden und anschließend – ohne | Zweifel aufkommen zu lassen - klar und entschieden als Junge oder als Mädchen erzogen werden. Zudem sei dem Patienten selbst die Diagnose nicht mitzuteilen, aus sozialen und gesellschaftlichen Gründen. Dann, so die Lehrmeinung, werde das Kind auch ohne große Probleme eine stabile sexuelle Identität entwickeln und sich in die ihm zugewiesene Geschlechterrolle fügen. [...]


M2 Auch Babys haben Menschenwürde: [...] Geschlechtsuneindeutigkeit oder Geschlechtsmehr- deutigkeit, und dabei geht es nicht nur um den Blick der Hebamme zwischen die Beine des Neugeborenen, sondern in der Folge der weiteren Entwicklung um den ganzen Menschen bis zum Ende seiner körperlichen und seelischen Entwicklung, ist eindeutig ein weltanschau- liches, also kulturelles, soziales und religiöses Problem. Es ist nicht die Schöpfung, noch die Natur, die sich in ihrer unüberschaubaren Vielfalt den ,Luxus von Irrtum" leistet. Es ist der Mensch, [...] der Kategorien und Grenzen, Ausgrenzungen und Abgrenzungen, geschaffen hat und somit den Eindruck erweckt, dass Schöpfung - oder eben Natur - Fehler macht, die vom Menschen korrigiert werden müssen. [..] Der Blick der Hebamme wird so zum gesellschaftlich normierenden Zwang. Ich sage eindeutig und ohne jede Schnörkel, dass wir uns damit an unseren Babys vergehen und schuldig machen. Der Geschlechtschromosomensatz XX bedeutet meist „weiblich“, aber es gibt auch ,XX-Männer“. Das sind Menschen, die sich trotz weiblichem Chromosomensatz, männlich entwickeln. Der Chromosomensatz XY ist „fast immer“ ein Indiz für die Entwicklung zum Mann, aber es gibt auch ,„XY-Frauen“. Bei diesen Menschen entwickelt sich das Erscheinungsbild trotz männlichem Chromoso- mensatz bis zum Ende der Pubertät eindeutig weiblich. Die Wissenschaft weiß es, tut aber beim Neugeborenen so, als könnte sie korrigierend wirken. Der Artikel 3 des Grundgesetzes sagt eindeutig, ohne jedes wenn und aber, dass kein Mensch wegen seines Geschlechtes bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Wir, Politik, Wissenschaft und Kirchen, verhalten uns aber so, als ob genau diese Zusage des Grundgesetzes für Intersexuelle keine Bedeutung hat. Wir sind mehrheitlich nicht bereit, die Konsequenzen aus unserem Wissen zu ziehen, und erklären der Einfachheit halber alles, was nicht in ein einfaches, klares Schema passt, als krank und heilbar. In Wirklichkeit nehmen wir billigend in Kauf, dass einzelne Menschen, unsere Babys [...], vereindeutigt werden im Sinne unserer beschränkten Vorstellungen von Leben. Gleichzeitig wird den Eltern suggeriert, dass es notwen- dig sei, den Kindern die wahre Ursache des Eingriffes zu verschweigen, damit sie sich ,,normal“ entwickeln können. Wir stellen uns blind und taub gegenüber der Tatsache, dass sie es eben gerade durch den Eingriff und das Verschweigen nicht können. Wir stellen uns gegen die von uns selbst so hoch gehaltenen Gebote des Grundge- setzes, der Basis unserer Rechtsnorm. Wir verdrehen den Sinngehalt zur Bestätigung unserer kulturellen und sozialen Normierung. [...]

von

Vom Duplikat:

Titel: Ethik: Verschiedene Positionen zum Umgang mit Intersexualität erläutern

Stichworte: ethik

Aufgabe:

Ich wollte euch fragen, ob ihr mir vielleicht die verschiedenen Positionen zum Umgang mit Intersexualität, die in M1 und M2 ( siehe unten) erwähnt werden, erläutern würdet?

Ehrlichgesagt verstehe ich den Text nicht so ganz, sodass ich euch fragen wollte.

Ich muss nämlich dann zu den Positionen Stellung nehmen, was ich selbstverständlich selber machen werde.



M1 Medizinischer Umgang mit Intersexualität in den 1950er Jahren: In den 50er Jahren führte [der amerikanische Sexualforscher John MONEY] den Begriff ,Gender“ (soziales Geschlecht) in die medizinisch-psychologische Literatur ein. MONEYS Behandlungskonzept bezeichnete das uneindeutig Neugeborene als einen psychosozialen Notfall. MONEY war der Auffassung, dass für eine gesunde psychosexuelle Entwicklung das Aussehen der Genitalien maßgebend sei. Ein Kind könne sich, so MONEY, nur dann selber als Junge oder Mädchen wahrnehmen, wenn seine Genitalien auch klar männlich oder weiblich aussehen. [...] Ein Kind muss so schnell wie möglich operiert werden und anschließend – ohne | Zweifel aufkommen zu lassen - klar und entschieden als Junge oder als Mädchen erzogen werden. Zudem sei dem Patienten selbst die Diagnose nicht mitzuteilen, aus sozialen und gesellschaftlichen Gründen. Dann, so die Lehrmeinung, werde das Kind auch ohne große Probleme eine stabile sexuelle Identität entwickeln und sich in die ihm zugewiesene Geschlechterrolle fügen. [...]



M2 Auch Babys haben Menschenwürde: [...] Geschlechtsuneindeutigkeit oder Geschlechtsmehr- deutigkeit, und dabei geht es nicht nur um den Blick der Hebamme zwischen die Beine des Neugeborenen, sondern in der Folge der weiteren Entwicklung um den ganzen Menschen bis zum Ende seiner körperlichen und seelischen Entwicklung, ist eindeutig ein weltanschau- liches, also kulturelles, soziales und religiöses Problem. Es ist nicht die Schöpfung, noch die Natur, die sich in ihrer unüberschaubaren Vielfalt den ,Luxus von Irrtum" leistet. Es ist der Mensch, [...] der Kategorien und Grenzen, Ausgrenzungen und Abgrenzungen, geschaffen hat und somit den Eindruck erweckt, dass Schöpfung - oder eben Natur - Fehler macht, die vom Menschen korrigiert werden müssen. [..] Der Blick der Hebamme wird so zum gesellschaftlich normierenden Zwang. Ich sage eindeutig und ohne jede Schnörkel, dass wir uns damit an unseren Babys vergehen und schuldig machen. Der Geschlechtschromosomensatz XX bedeutet meist „weiblich“, aber es gibt auch ,XX-Männer“. Das sind Menschen, die sich trotz weiblichem Chromosomensatz, männlich entwickeln. Der Chromosomensatz XY ist „fast immer“ ein Indiz für die Entwicklung zum Mann, aber es gibt auch ,„XY-Frauen“. Bei diesen Menschen entwickelt sich das Erscheinungsbild trotz männlichem Chromoso- mensatz bis zum Ende der Pubertät eindeutig weiblich. Die Wissenschaft weiß es, tut aber beim Neugeborenen so, als könnte sie korrigierend wirken. Der Artikel 3 des Grundgesetzes sagt eindeutig, ohne jedes wenn und aber, dass kein Mensch wegen seines Geschlechtes bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Wir, Politik, Wissenschaft und Kirchen, verhalten uns aber so, als ob genau diese Zusage des Grundgesetzes für Intersexuelle keine Bedeutung hat. Wir sind mehrheitlich nicht bereit, die Konsequenzen aus unserem Wissen zu ziehen, und erklären der Einfachheit halber alles, was nicht in ein einfaches, klares Schema passt, als krank und heilbar. In Wirklichkeit nehmen wir billigend in Kauf, dass einzelne Menschen, unsere Babys [...], vereindeutigt werden im Sinne unserer beschränkten Vorstellungen von Leben. Gleichzeitig wird den Eltern suggeriert, dass es notwen- dig sei, den Kindern die wahre Ursache des Eingriffes zu verschweigen, damit sie sich ,,normal“ entwickeln können. Wir stellen uns blind und taub gegenüber der Tatsache, dass sie es eben gerade durch den Eingriff und das Verschweigen nicht können. Wir stellen uns gegen die von uns selbst so hoch gehaltenen Gebote des Grundge- setzes, der Basis unserer Rechtsnorm. Wir verdrehen den Sinngehalt zur Bestätigung unserer kulturellen und sozialen Normierung. [...]

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