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Fragen:

1. Wodurch unterscheidet sich der Mensch nach Aristoteles von anderen Lebewesen?

2. Untersuche die Argumentation von Aristoteles gegen Anaxagoras (Z. 6 f) bezogen auf die Deutung der körperlichen Eigenheiten des Menschen. Das verstehe ich nicht
.


Könnt ihr mir bei meinen zwei Fragen helfen, weil ich hierzu spÀter eine Analyse schreiben muss.


Text: Der Mensch ist das einzige Geschöpf mit aufrechter Haltung, weil seine Natur und sein Wesen göttlich sind. Die Aufgabe des göttlichen Wesens ist aber Denken und Sinnen. Dies wird erschwert, wenn die Körperlast von oben zu groß wird, wie die Last das Denken und den Allgemeinsinn zu unbeweglich macht. [...] Da der Mensch aber nun aufrecht geht, braucht er vorn keinerlei Schenkel, und so hat ihm die Natur dafĂŒr Arme und HĂ€nde gegeben. Anaxoras meint, der Mensch sei deswegen das vernĂŒnftigste Geschöpf geworden, weil er HĂ€nde habe. Sinnvoller jedoch ist es, dass er HĂ€nde bekommen habe, weil er das vernĂŒnftigste Geschöpf ist. Denn die HĂ€nde sind ein Werkzeug, die Natur teilt aber, wie ein verstĂ€ndiger Mensch, jedes Werkzeug nur dem zu, der damit umgehen kann. Es ist ja auch passender, einem Flötenspieler Flöten zu geben, als einen nur deswegen als Flötenspieler zu bezeichnen, weil er Flöten besitzt. Sie fĂŒgt dem GrĂ¶ĂŸeren und Bedeutsameren das Geringere an, aber nicht dem Geringeren das EhrwĂŒrdigere und GrĂ¶ĂŸere. Wenn es nun so besser ist, die Natur aber immer von allen Möglichkeiten die beste verwirklicht, dann ist der Mensch nicht deshalb so vernĂŒnftig, weil er HĂ€nde hat, sondern er hat HĂ€nde, weil er das vernĂŒnftigste Geschöpf ist. Denn der VernĂŒnftigste kann auch wohl mit den meisten Werkzeugen gut umgehen, und die Hand bedeutet nicht nur ein Werkzeug, sondern viele, sie ist gleichsam das Werkzeug aller Werkzeuge. [...] Diejenigen aber, die den Bau der Menschen bemĂ€ngeln und ihn fĂŒr das bedauernswerteste Geschöpf erklĂ€ren, weil er ohne Schuhe sei und nackt und ohne Waffen zum Kampf, tun nicht recht daran. Denn die anderen Geschöpfe haben alle immer nur ein Hilfsmittel, das sie nicht mit einem anderen vertauschen können, sondern sie mĂŒssen gleichsam gestiefelt und gespornt schlafen und alles tun und können das WĂ€rmekleid um ihren Leib niemals ablegen noch die Waffe, die sie nun mal haben, gegen eine andere vertauschen. Dem Menschen dagegen sind viele Hilfsmittel gegeben, und er kann diese noch verĂ€ndern, er kann sich die Waffe aussuchen, wie er sie will und wo, da die Hand ihm zur Kralle, zur Schere, zum Horn wird und zum Speer, zum Schwerte und jeder anderen Waffe und jedem Werkzeug. Dies alles ist ja die Hand, weil sie es alles ergreifen und halten kann.

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