0 Daumen
78 Aufrufe

Ist dieser Liebesbrief schön geschrieben? Wie findet ihr den?







—,

ich gestatte mir zum aller ersten Mal, dir eine Niederschrift zu hinterlegen. Kühn über meine Handlung bin ich mir über eine destruktive Konsequenz im Klaren. Jedoch, so wie es Martin Eden in Jack Londons Roman schaffte, seiner Mätresse gegenüberzustehen, so versuche ich es doch zumindest, dir in dieser Schrift gegenüberzustehen. Begreift man doch im Nachhinein diese reine Absurdität, der ich mich unterziehe, so würde man doch nur die eine Seite im Leben sehen, und nicht jene, welche sich vor den eigenen Augen als endloses Meer voll von Überraschungen und Erwartungen erstrecken könnte. Jene Seite des Lebens, in der man als Zoilos fungiert und seines Lebens Schmied wird und jene Seite des Lebens, in der man gewisse dissonante Situationen mit gefährlichen Eskapaden bewältigt, ob es nun eine Bagatelle ist oder nicht. Und hiermit lasse ich mich höchstwahrscheinlich auf eine solche gefährliche Eskapade ein. Seit ich mich auf die kleinsten Details fokussiert habe, konnte ich per se vieles erkennen. Auch konnte ich erkennen, dass sich die kleinsten Gestikulationen und Artikulationen als pittoreske Bildchen in den Antipoden unseres Bewusstseins einspeichern lassen und sich daraus die fundamentalen transzendentalen Gefühle für das wache Bewusstsein bilden. Und eben solche Gefühle erweitern sich von Zeit zu Zeit. Nur ein dilettantischer Beobachter würde den latenten, aber doch unentbehrlichen, Details keinerlei Beachtung schenken. Er würde die Ästhetik in ihr nicht verstehen und nicht deuten können. Er würde sie nicht würdigen, keinerlei Ehrfurcht für sie hegen und es auf die Oberflächlichkeit beruhen lassen. Jene Oberflächlichkeit, welche so viele Seelen als einziges zu sehen pflegen. Doch auch Dorian Gray traf das Vergängliche seiner Schönheit mit einem Schlag und es widerfuhr ihm die Erkennung der Kanaille namens Wahrheit. Und so widerfuhr mir nicht die Erkennung der Vergänglichkeit an dir, sondern die detailorientierte Manifestation. Rosen: Die Blüten sind leicht zu malen, die Blätter schwierig. Das Haiku des Shiki drückt indirekt genau das aus, was ich empfand – die übermäßige, die allzu offenbare Herrlichkeit der Blüten, die im Gegensatz zu dem subtileren Wunder des Blattwerks stand. So vieles und unbeschreibliches in Worte zu fassen bestätigt sich als ein zu großes Abenteuer, doch ich versuche es trotzdem auf Papier bringen zu können. An dir gibt es so vieles, was man als Kleinod in der Gesamtheit zusammenfassen könnte. Wenn man sich der Beschreibungen deiner zuwenden möchte, so fällt mir direkt auf, dass ich mich einer endlos langen Aufzählung unterziehen müsste. Du bist ein endloses Meer von Besonderheiten. Jede einzelne Welle hebt einer deiner Attribute auf, so geschmeidig und elegant, sodass sie gleich darauf erneut zum Zusammenspiel der großen Breite und Fülle teilnimmt. Jede Gischt bestärkt die Hervorhebung deiner Attribute, sodass sie für Jedermann sichtbar werden und unübersehbar sind. Jedes Plätschern erzeugt eine klangvolle Welle von deinen Artikulationen, welche sich immer wieder zu erkennen geben. Das gesamte Meer im Ruhezustand mit all seinen Einzelheiten und Geheimnissen, mit all seinen manifestierenden Ideen und seinem Wissen, dies, x, sehe ich in dir. Und ich erkenne dein Potenzial, welches sich omnipräsent zu zeigen gibt. Ich erkenne in dir einen Menschen, welcher in seiner Art und Weise zu einem Menschen heranwächst, welcher das Leben verstanden hat. Das Leben, welches nicht zu verschwenden ist. Und du bist derjenige, der es aus vollen Zügen schmächtig ausnutzt, und nicht wie jene, welche es in einer nahezu bestialischen Weise auszunutzen pflegen. Dass du dich mit Weltliteratur auskennst, dich ebenso an der klassischen Musik erfreust und einen tüchtigen Wissenskanon aufweist, hat für mich einen sehr hohen Wert. Jener Wert, welche eben die Grundlage des Lebens beschreibt. Don Quijotes, welche verwirrt im Leben umherwandern, keine Leidenschaft und Vorstellung von der wahren Natur des Geistes und des Lebens zu begreifen hegen, sind jene, die ich seit Anbeginn meiner Schulzeit kennengelernt habe. Dabei verspürte ich das sehnliche Verlangen, einem Lomonossow zu begegnen, einem Bartleby (an seiner Tüchtigkeit und seinem Fleiß orientierend) oder gar einem Winston Smith, welcher die falsche Wahrheit aufzudecken versucht, um Ordnung und Gerechtigkeit in die Welt einzubringen. Es kam mir in all der Zeit so vor, als suchte ich nach einem Menschen gleich Diogenes von Sinope. Niemals jedoch hätte ich erwartet, dass ich einem solchen Menschen begegnen würde.

(Fortsetzung als Kommentar)

von

Jener Mensch, welcher für mich die unvorstellbare Größe eines vollkommenen Menschen erfüllt, jener Mensch, welcher mich im Unterricht von meiner Langeweile befreit, jener Mensch, welcher in mir einen Trancezustand hervorruft und jener Mensch, den ich über alles bewundere. Bewundern kann man vieles, doch nichts auf der Welt würde ich mehr bewundern als dich. Deine Augen sind in unzähligen mannigfaltigen Pforten unterteilt, welche ich immerfort zu öffnen wage und dadurch das Erkennen zahlreicher ästhetischer Muster in dir heraufbeschwören drohe, und ich spreche vom Heraufbeschwören und vom Drohen, denn ich weiß ganz genau, dass ich mich in ihnen verlieren würde, in deinen Augen. Doch deine Augen sind so phosphoreszierend, dass man sie in den dunkelsten Ecken und Kanten als Lichtbündel lobpreist und sich an ihr ergötzt, deine Augen sind so opalisierend, dass man sich bloßen Blickes der Gefahr einer Blendung aussetzt, deine Augen sind so anziehend, dass man sich in ihnen verlieren könnte. Und dein Lächeln. Dein Lächeln brach für mich jede Stille in jeder Einöde, jede Stille in der tiefsten Trance, jede Stille in jeglicher Eingebung die ich hatte und hegte. Das Antlitz eines Menschen ist ein Antlitz mit seinen Merkmalen: der eine hat vielleicht ein Muttermal auf der Stirn, er hat vielleicht große Augen oder ein Menjou-Bärtchen (wenn wir von den 20ern sprechen), aber niemand, wirklich niemand, nicht einmal Adonis, hat ein schöneres Lächeln als du. Und ich spreche nicht von der eigentümlichen objektiven Betrachtungsweise, als wenn ein Betrachter denken würde; ein markantes Lächeln, welches ein sofortiges Hervorstechen bewirkt oder ein charismatisches Lächeln, welches bei jedem die sofortige Wirkung einer Sympathie erweckt. Ich spreche von deinem Lächeln. Dieses Lächeln, welches mein Herz erblühen lässt, mir jeden Atemzug für einen kurzen Moment raubt und mich an die Ästhetik des Lebens erinnert, welches nur du in meiner Welt darstellst. Ein Odem von Herrlichkeit und Eleganz durchstreift jedes Mal meine Gedanken, welcher von dir ausgeht. Doch ebenso ein Odem von Bekenntnis und Schönheit veranlasst meine Gedanken zur Charivari. Und dieser Odem bist du; du bist immer da, in jeder meiner Handlungen beziehe ich dich mit ein, in jeder meiner Schritte denke ich daran, wie ich dich auf baldigem Wege sehen könnte, in jeder meiner Geschichten, die ich mit Leidenschaft zu schreiben pflege, denke ich an dich und in jenen Momenten, in denen es nicht gut lief, dachte ich an dich und schöpfte kühn Mut. Du bist der Mensch, dem ich alles anvertrauen würde. Du bist eine zweite, aber bessere Version von mir selbst. Ich bin kein Narzisst, aber ich bin auch nicht wählerisch. Auch bin ich nicht leicht zu überzeugen. Doch du allein, allein mit deiner Anwesenheit beehrend, innerhalb von wenigen Monaten, brachst in mir meine gesamten Vorstellungen zusammen und zeigtest mir eine bessere. Die Vorstellungen, die ich zu denken pflegte, waren voll von Urteilen und Bedenken. Maximilian, du hast meine Vorstellungen auf eine andere Ebene gebracht: du hast sie erneuert, neutralisiert aber am Ende hast du sie mit endlos wunderschönen Arabesken verziert. Ich muss dir etwas erzählen. Jedes Mal, wenn ich eine Geschichte schreibe, sei es nur aus Langeweile, fallen mir die zu schreibenden Wörter sofort ein. Ich muss gar nicht überlegen, bis ich einen hübschen formulierten Satz entwickle. Sobald ich die Tastatur berühre, beginnen meine Finger von selbst zu schreiben an. Vielleicht eine halbe Stunde und fertig ist sie, die vollendete Geschichte. Sie kann und wird sich in ihrem Wesensgehalt nie mehr ändern können und verweilt in ihrem Zustand. Während ich diesen Brief für dich schreibe, fällt mir nicht einmal ein einziges Wort ein. Ich muss lange überlegen, was ich dir überhaupt sagen möchte. Ich muss auch lange überlegen, wie ich meine Gefühle sortieren und auf eine strukturierte Weise auf Papier anbringen kann. Zuerst hatte ich gedacht, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass ich, obwohl es an den besondersten Menschen adressiert ist, möglicherweise vermeintliche Gefühle für dich hege und ich es mir gezwungenermaßen aufbürde, dir unbedingt etwas schreiben zu müssen. Doch ich irrte mich. Du bist ein unbeschriebenes Blatt. Eine Geschichte, die ich im Handumdrehen schreibe, ist eine schon von mir bereits fertiggestellte Geschichte. Im Kopf hatte ich sie schon vollendet und ich würde mir keine weitere Mühe machen müssen. Doch du bist in meinem Kopf nicht vollendet. Du bist eine eigene Geschichte, welche noch geschrieben wird: andauernd und immerzu. Eine Geschichte, die noch nicht vollendet ist, ist meines Erachtens nach eine Geschichte, welche es wert ist, gelesen zu werden. Eine Geschichte, die voller Faszination und Spannung erfüllt sein kann und obendrauf eine nie endende Geschichte. Für mich bist du eine solche Geschichte. Für mich steckst du voller neuer Besonderheiten, voller Erwartungen und Geisteshaltungen. Ich habe einige Bücher gelesen, lese auch ab und zu welche, wenn ich Zeit dazu habe, doch dich lese ich immerfort. In deinen Augen sehe ich das Potenzial, welches sich endlos vor meinem inneren Auge erstreckt, ich sehe einen Menschen, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Jedes Mal, wenn du dich im Ethikunterricht zu mir umgewandt hast, habe ich mir vorgestellt, dir alles zu sagen. Dir zu sagen, wie sehr ich dich beneide, wie sehr ich deinen Charakter zu schätzen weiß, wie gerne ich mit dir über Literatur sprechen würde oder wie gerne ich dir eben diesen Brief überreichen möchte. Doch jedes Mal hat mich etwas davon abgehalten: mein Bauchgefühl. Denn mein Bauchgefühl teilt mir jedes Mal aufs Neue die unaussprechliche Wahrheit mit und manchmal stecke ich in diesen Gedanken fest. In diesen Gedanken, welche mich an die potenzielle Vergänglichkeit oder gar der Schimäre der schon bereits genannten Ästhetik erinnern. Doch dann sah ich dir in die Augen. Diese strahlenden Augen, welche niemals zu erloschen drohen, immer hungrig auf der Suche nach neuen Informationen für den eigenen Wissenskanon. Ich konnte eigentlich nie wegsehen, so anziehend waren sie, doch ich musste wegsehen, da ich mich sonst in sie verlor. Ich wollte auf keinen Fall, dass du dies bemerktest. Doch eigentlich wollte ich es tief im Inneren. So kam es, dass ich diese Augen, aber auch nicht nur diese Augen, sondern dein ganzes Wesen, hergelaufen bin. Ich suchte immer Gelegenheiten, dich sehen zu können. Egal wo du warst, ich war klammheimlich hinter dir her gewesen, habe nach dir geschaut und wollte wissen, wohin du gehst. Es ist nicht dieses Beobachten auf diese Art und Weise, wie du vielleicht denken würdest; wie die meisten es denken würden. Doch du bist nicht wie die anderen. Ich bin nur interessiert, ein stiller Beobachter, mehr nicht. Ich wollte mehr über dich erfahren, worüber du dich mit deinen Freunden unterhältst, ob du zu mir schaust, ob du wieder dieses bezaubernde Lächeln auf deinem Gesicht zauberst oder ob du mal wieder in deinem Rednerzustand zurückkehrst und den Tisch mit deinen Worten erhellst. So oft ich die lieblichsten Begriffe im Kontext zu dir verwende, wird es niemals die meinigen Ausdrücke erwidern können. Denn für mich bist du mehr als alle positiven Konnotationen zusammen. Es mag zwar sein, dass diese Schrift zu infantil geschrieben ist, doch ich kann meine Gefühle für dich nicht getreu meinen inneren Gefühlen wiedergeben. Ich empfinde so viel mehr für dich als du es dir vorstellen könntest. Du brachtest mich unwissend auf Ebenen, welche ich ohne dich niemals hätte erreichen können. Du gabst mir die schönste Freude für den Tag, welche man nur haben kann (wenn überhaupt). Jedes Mal, als wir Blickkontakt hatten, fühlte ich mich so nah bei dir. Mein Herz schlug schneller, als es eigentlich sollte. Doch gleichzeitig fühlte ich mich so weit entfernt von dir. Dieses Gefühl habe ich immer noch und werde es wohl mein Leben lang mit mir tragen müssen. Doch wie ich zu Anfang beschrieben habe, begebe ich mich eben nun auf jene gefährliche Eskapade. Und wie Euripides einst sprach:"Was ist es, sprich, was bei den Menschen „Liebe" heißt? O Kind, das Süßeste und Bitterste zugleich." entspricht es wohl meiner Situation. Mit diesem Brief wollte ich dir nur eines sagen, etwas, was für mich unaussprechlich ist, etwas, was man als Resümee dieses bei dir ankommenden Briefes betrachten kann und etwas, was mich die ganze Nacht gekostet hat, zu schreiben: Ich liebe dich.

Waaayyyyy toooooo muuuccch. Würde ich so einen Brief erhalten, hätte ich eher Angst als Liebesgefühle. Das hört sich nach Erotomanie an.

Ist die Frage wirklich ob er "schön" geschrieben ist? Oder ob er erfolgversprechend ist, oder ob ihn die Empfängerin  (bzw der Empfänger) "schön! finde, oder belastend oder schwülstig oder.Als um was geht es?

Ein anderes Problem?

Stell deine Frage

Willkommen bei der Helplounge! Stell deine Frage einfach und kostenlos

x
Made by a lovely community