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Hallo, ich tue mich etwas schwer mit dem Text, aber könnte mir jemand etwas dabei helfen bezüglich der Aussagen vom Autor und seine Haltung zur Republik,danke im Voraus. Das sind bis jetzt meine eigenen Ansätze:

Also soweit ich das verstanden habe, setzt der Autor seine Hoffnung in Ebert, Schneider und Landberg (welches ja die amtierende provisorische Regierung darstellt) und man würde als Volk zugrunde gehen, wenn man nicht zusammen hält. Außerdem äußert er Sorgen gegenüber der Waffenstillstandbedingung der Entente aufgrund der Besetzung des linken Reinufers. Er interpretiert diesen Waffenstillstand als Bestrafung und Demütigung des deutschen Volkes

Nur verstehe ich den oberen Abschnitt von Z.3-4 nicht. Es wird geäußert dass man eine bestimmte Trauerkundgebung erwartet von denen die sich in dem unerhörten Glanze dieses umgestürtzten Thrones gesonnt und Wucherzinsen für ihre Ergebenheit genommen haben. Wer ist hier gemeint? Und zur Haltung des Autors gegenüber der Republik kann ich nur sagen, dass aufgrund der Abdankung ders Kaisers und Kronprinzen die sozialistische Republik erschaffen wurde und er doch Hoffnung darauf setzt dass die Führung besser läuft als die unter Kaiser Wilhelm den 2



Text :

"Die Stunde der Abdankung des Kaisers und des Kronprinzen schuf die sozialistische Republik. \( [\ldots] \) Für die Hohenzollern hat sich keine Hand mehr geregt. Abgetan - erledigt; verscharrt nach mehr hunderijahriger Geschichte. Wir erwarten mit Bestimmtheit wenigstens Trauerkundgebungen derjenigen, die sich in dem unerhörten Glanze dieses umgestürzten Thrones gesonnt und Wucherzinsen für ihre Ergebenheit genommen haben. Hören wir sie nicht bald, so müsste man am deutschen Wesen verzweifeln. Nach Holland ist Wilhelm II. geflohen. Tausend Flüche vieler derer, die der Krieg unglücklich gemacht hat, mögen ihm folgen. Die Geschichte aber wird feststellen, dass seine Schuld am Ausbruch des Krieges nur gering ist. Sein „Ich habe es nicht gewollt!" vor über vier Jahren, war ein ehrliches Bekenntnis. Nein, der leuchtende Stern dieses Mannes erblasste, weil ihm die Kenntnis der Volksseele fehlte und er trotz aller großen Worte von unheilvoller Willensschwäche war. [...]Vorüber, vorüberl Die Männer am Steuerruder Deutschlands heißen jetzt Ebert, Scheidemann, Landsberg \( { }^{1} \) [...] Der sozialdemokratische Reichskanzler erlässt einen Aufruf, der zeigt, dass er die Schwere seiner Aufgabe fühlt. Daher bittet er das Bürgertum ohne Einschränkung, durch hingebungsvolle Mitarbeit das Vaterland vor der Anarchie \( { }^{2} \) und schrecklichem Elend zu bewahren. Wahrlich, die Zusammenfassung aller, auch der letzten und bescheidensten Kraft in staatsbejahendem Sinne, das ist das dringende, das unerbittliche Gebot der Stunde. Wir laufen alle ohne Ausnahme, ob begütert oder arm, ob hoch stehend oder gering, in den Abgrund, aus dem es kein Wiedererstehen gibt, fassen wir nicht alle Kräfte restlos zur Überwindung der furchtbaren Prüfung zusammen.Wie grässlich die Gefahr ist, zeigt ein Blick in die Waffenstillstandsbedingungen der Entente. Clemenceau begnügt sich nicht mit dem Sieges-Skalp, er zieht Deutschland noch stückweise die Haut ab. [...] letzt besetzen sie das ganze linke Rheinufer. [...] Das können sle wagen, nicht weil das Genie der Entente siegte, sondern nach vier Jahren endlich die rohe Übermacht, die Gewalt der Zahl. Jeder Deutsche, der seine Knochen in diesem ungleichen Kampf zu Markte getragen hat, muss fühlen, dass in diesen Bestimmungen keine Spur von ritterlicher Achtung für die Leistungen des Volksheeres liegt. Nicht als ein Schlag gegen die am Sonnabend fortgeschickten Machthaber sind diese Waffenstillstandsbedingungen gedacht, sondern als solche zur Bestrafung und Demütigung des deutschen Volkes! \( [\ldots] \)"

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Wir erwarten mit Bestimmtheit wenigstens Trauerkundgebungen derjenigen, die sich in dem unerhörten Glanze dieses umgestürzten Thrones gesonnt und Wucherzinsen für ihre Ergebenheit genommen haben.

Die Formel "mit Bestimmtheit" gehört als adverbiale Bestimmung zu dem davor stehenden Verb "erwarten". Sie verleiht dem "erwarten" der mit "wir" bezeichneten und nicht näher beschriebenen Personengruppe eine gewisse Nachdrücklichkeit. Sie bezieht sich also nicht auf die "Trauerkundgebungen".

von

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