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Ist Misstrauen das Gegenteil von Vertrauen? Misstrauen ist doch viel mehr als einfach nur "nicht vertrauen"... Wisst ihr was ich meine? Die einfache Negation "Nicht-Vertrauen" ist doch nicht "Misstrauen"? Und ebenso ist der Unterschied zwischen jemandem zu vertrauen und sich nur auf jemanden zu verlassen nicht immer klar abgrenzbar. Je näher uns jemand steht, desto eher sprechen wir von Vertrauen.

Aber was ist denn das Gegenteil von Vertrauen..?

Ich freue mich auf alle Antworten:)

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Was ist denn mit Gegenteil gemeint?

1 Antwort

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Hallo,

ich denke, deine Argumentation nachempfinden zu können. Das Antonym von Vertrauen ist allerdings oftmals das Wort Misstrauen. "Misstrauen" ist, zumindestens für mich, sehr hart konnotiert - mir schweben beim Gedanken an Misstrauen die Wörter: Verrat, Illoyalität usw.

Die Duden-Definition ist viel emotionsloser (und wirkt damit schwächer) als meine Interpretation des Worts

kritische, das Selbstverständliche bezweifelnde Einstellung gegenüber einem Sachverhalt, das Zweifeln an der Vertrauenswürdigkeit einer Person

Eine weitere:

kein Vertrauen zu jemandem, etwas haben; Böses hinter jemandem, etwas vermuten

Dies trifft den Kern, wie ich das Wort empfinde, schon besser.

Du bemerkst wahrscheinlich schon, dass Sprache und deren individuelle Verwendung auch mit Erfahrung zu tun hat: Es wird bestimmt auch Menschen geben, die erstere Definition für viel treffender halten als die zweite.

Als Alternative: Mir fiele noch das Wort Skepsis ein; das passt für mich besser, da dieses inhärente "Böse" - das dem anderen Schaden wollende Element -, das derjenige, der misstrauisch ist, bei seinem Gegenüber vermutet, hier für mich nicht zum Ausdruck kommt. Skeptisch sein bedeutet vorsichtig sein, nicht zu viel zu vertrauen, nicht aber gleich einen bösen Kern zu vermuten.

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PS: Ich verstehe aber nicht ganz den philosophischen Charakter der Frage, den du in deinem Titel meinst zu erkennen. Falls dich das Thema interessiert, würde ich dir mal empfehlen, dich an Willard van Orman Quine zu versuchen, insbesondere die "Ontologische Relativität".

Worte bedeuten etwas, weil wir uns daran gewöhnen, wie sie von anderen gebraucht werden, nicht weil eine Verbindung zwischen Worten und Dingen besteht. Durch ihren sozial definierten Gebrauch enthält Sprache ihre Bedeutung. Er sagt: Sprache ist eine soziale Kunstfertigkeit.


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